Showtime! Die Vorfreude auf eine Aufführung ist riesig, die Choreo nimmt Form an und die Gruppe fiebert dem großen Tag entgegen. Doch fast jede*r Tanzlehrer*in kennt das Problem: Ein oder mehrere Schüler*innen können bei der Aufführung nicht teilnehmen.

Vielleicht sind sie im Urlaub, haben familiäre Verpflichtungen oder andere Termine. Das ist völlig normal. Problematisch wird es allerdings, wenn sich der komplette Unterricht plötzlich nur noch um die Show dreht. Denn dann passiert oft etwas, das niemand möchte: Die Schüler*innen, die nicht auftreten können, fühlen sich ausgeschlossen, verlieren die Motivation oder pausieren sogar ihren Vertrag.

Dabei lässt sich das mit ein paar einfachen Maßnahmen ganz leicht vermeiden.

1. Nicht jede Tanzstunde zur Generalprobe machen

Natürlich braucht eine Aufführung Vorbereitung. Trotzdem sollte nicht die gesamte Unterrichtszeit ausschließlich für die Show genutzt werden.

Ein gutes Verhältnis ist beispielsweise:

  • Warm-up wie gewohnt
  • Techniktraining wie gewohnt
  • Anschließend ein klar definierter Teil der Stunde für Choreo und Showvorbereitung

So profitieren alle Schüler*innen weiterhin vom regulären Unterricht. Schließlich kommen die meisten nicht nur wegen einer Aufführung ins Training, sondern weil sie tanzen und sich weiterentwickeln möchten.

2. Die Choreo lernen alle mit

Ein häufiger Fehler ist, dass nur die auftretenden Schüler*innen die Choreografie lernen.

Warum eigentlich?

Auch die Schüler*innen, die später nicht auf der Bühne stehen, können die Choreo ganz normal lernen und mittanzen. Das macht Spaß, fördert die Entwicklung und sorgt dafür, dass niemand das Gefühl hat, nur Zuschauer*in zu sein.

Außerdem: Wer eine coole Choreo lernt, hat meistens deutlich mehr Freude am Training als jemand, der die ganze Zeit danebensteht und zuschaut.

3. Für die Aufstellungen einfache Lösungen finden

Spätestens bei den Formationen kommt oft die Frage auf: „Aber was mache ich mit den Schüler*innen, die gar nicht auftreten?“

Die einfachste Lösung: Sie bekommen einen Platz am Rand der Aufstellung. Ganz rechts oder ganz links fällt eine Person später auf der Bühne leicht weg, ohne dass die gesamte Formation verändert werden muss.

Bei komplexeren Bildern, beispielsweise Kreisen oder speziellen Gruppenformationen, lohnt es sich, etwas kreativer zu werden.

Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Die betreffende Person bekommt kurz eine eigene Position.
  • Zwei oder drei nicht auftretende Schüler*innen bilden eine kleine separate Formation.
  • Es wird eine alternative Variante für die Probe geschaffen.

Ja, dafür muss man ein paar Minuten Planung investieren. Aber diese Zeit ist meist deutlich besser angelegt, als später mit frustrierten oder fehlenden Schüler*innen umgehen zu müssen.

4. Kommunikation macht den Unterschied

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt ist die Art, wie wir mit den Schüler*innen darüber sprechen.

Stell dir zwei verschiedene Aussagen vor:

„Schade, dass du nicht bei der Show dabei sein kannst. Dann macht das Training für dich jetzt natürlich nicht mehr so viel Sinn.“

Oder:

„Gar kein Problem! Wir trainieren ja nicht nur für die Aufführung, sondern auch für uns selbst. Du kannst die komplette Choreo lernen, dich tänzerisch weiterentwickeln und die Gruppe unterstützen. Außerdem ist es immer hilfreich, jemanden zu haben, der auch mal von außen auf die Choreo schaut oder einspringen kann, wenn jemand fehlt.“

Welche Aussage motiviert wohl mehr?

Genau.

Oft entscheidet nicht die Situation selbst über die Motivation der Schüler*innen, sondern die Art, wie wir diese Situation präsentieren.

Fazit

Nicht jede*r kann bei jeder Aufführung dabei sein – und das ist völlig in Ordnung.

Wenn du darauf achtest, dass der Unterricht weiterhin echten Mehrwert bietet, alle Schüler*innen die Choreografie lernen dürfen, sinnvolle Lösungen für die Aufstellungen findest und positiv kommunizierst, bleiben auch die Nicht-Teilnehmer*innen motiviert und Teil der Gruppe.

Und ganz nebenbei verringerst du die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler*innen während der Showvorbereitung abspringen, pausieren oder die Lust am Training verlieren.

Eine gute Show ist wichtig. Eine starke und motivierte Gruppe ist noch wichtiger.

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